PRAXIS_MANAGEMENT

Pflegeberufe +++ Körperliche Belastung +++ Kooperation +++ Handling +++ Transfer

Das integrative Bewegungskonzept

Ein Projekt von Pflege und Physiotherapie am Universitätsklinikum Freiburg

Michaela Gassner

Abb. 1: Übungen zur Körperwahrnehmung stellen die Grundlage dar für die Eigenbewegung und das Bewegen von Patienten
Foto: Michaela Gassner

Auf einen Blick

Sowohl Pflege als auch Physiotherapie gehören zu den Berufen mit hohen körperlichen Belastungen. Dies führt unter anderem zu einer großen Anzahl von Arbeitsunfähigkeitstagen. Um dem zu begegnen, entwickelte eine interprofessionelle Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Freiburg ein integratives Bewegungskonzept, das Ihnen die Autorin in diesem Beitrag vorstellt.


Projekt

Ausgangslage

Die heutige Kliniklandschaft ist geprägt von einer zunehmenden Anzahl schwerkranker, pflegebedürftiger und übergewichtiger Patienten bei gleichzeitigem Rückgang der Verweildauer. Demografische Entwicklung, verändertes Bewegungs- und Ernährungsverhalten, medizinischer Fortschritt, Kostendruck im Gesundheitswesen: All dies wird die derzeitige Situation zukünftig noch verschärfen und alle im medizinischen Bereich Tätigen vor große Herausforderungen stellen.

Im Krankenhaus ist es die Aufgabe der nichtärztlichen Berufsgruppen Pflege und Physiotherapie, die Patienten nach Eingriffen oder akuter Erkrankung so rasch wie möglich zu mobilisieren und ihnen zur Selbstständigkeit zu verhelfen. Die frühe Mobilisation unterstützt das Wiedererlangen der prästationären Bewegungsfähigkeit, sie schützt vor Folgeerkrankungen wie Dekubitus, Pneumonie und Thrombosen und sie stärkt das Selbstwertgefühl der Patienten. Hohe körperliche Belastungen im Pflegeberuf und in der Physiotherapie führen bereits jetzt zu einer großen Anzahl an Arbeitsunfähigkeitstagen aufgrund von Erkrankungen im muskuloskelettalen Bereich. Zwangshaltungen, häufiges Bücken und der Umgang mit schweren Lasten bestimmen den Tagesablauf vor allem des Pflegepersonals, einer Berufsgruppe, die als besonders gefährdet gilt.

Lösungsansatz

Um dieser Situation zu begegnen, wurde im Jahr 2005 am Universitätsklinikum Freiburg eine interprofessionelle Arbeitsgruppe von Physiotherapeuten und Pflegenden gegründet, die ein integratives Bewegungskonzept entwickelte. Interprofessionell deshalb, weil die Kompetenzen der beiden Berufsgruppen zusammengeführt werden sollten.

In der Pflege gehört Bewegung zu allen Aktivitäten dazu, beispielsweise das Drehen von Patienten im Bett zum Waschen und Betten. In der Physiotherapie ist das Bewegen und Mobilisieren von Patienten ohnehin Bestandteil der Therapie. Und: Der frühen Mobilisation kommt im stationären Bereich eine große Bedeutung zu.

Die 24-Stunden-Präsenz der Pflegenden ermöglicht eine genaue Kenntnis der Patienten in ihrer aktuellen Verfassung,



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