LEHRE_WISSENSCHAFT VERSTEHEN

Wittmaack-Ekbom-Syndrom +++ Restless-Legs-Syndrom (RLS) +++ Parästhesie +++ Polysomnografie

Pionierarbeit

Das Erbe von Karl-Axel Ekbom

Tanja Bossmann

Lesen Sie auch
WISSENSCHAFT_
SYSTEMATISCHER REVIEW
Stretching auf dem Prüfstand
Annette Weiß
PRAXIS_WISSENSCHAFT TRANSFER
Ekbom-Syndrom behandeln
Ulrike H. Mitchel

Auf einen Blick

Physiotherapeuten können für Patienten mit Wittmaack-Ekbom-Syndrom (Restless-Legs-Syndrom) hilfreiche Therapien anbieten. Das zeigen die Autoren der Forschungsarbeit in dieser Ausgabe ab Seite 6 auf. Karl-Axel Ekbom kann als Pionier bezeichnet werden, denn seine Arbeit trug maßgeblich zum heutigen Verständnis des Ekbom-Syndroms bei. Aber auch schon weit vor Ekboms Forschungen gab es Beschreibungen, die auf die Erkrankung hindeuteten. Dieser Beitrag führt Sie auf eine Reise in die Vergangenheit.


Erste Hinweise

Willis und Wittmaack

Obwohl Karl-Axel Ekboms Forschung im 20. Jahrhundert zum Restless-Legs-Syndrom (RLS) als Pionierarbeit gilt, gab es auch schon sehr viel früher vereinzelte Berichte über das Krankheitsbild.

Schon im 17. Jahrhundert formulierte der englische Arzt Thomas Willis im Prinzip die erste Beschreibung des Syndroms, denn er berichtete über einen Patienten, der aufgrund von Missempfindungen in den Beinen schlecht schlafen konnte (1). Willis Arbeit wurde 1685 – 10 Jahre nach seinem Tod – publiziert. In die öffentliche Wahrnehmung gelangte sie aber erst über 300 Jahre später durch einen Verweis in der Publikation eines britischen Neurologen von 1955 (2, 3).

Eine weitere wichtige Beschreibung der Erkrankung lieferte der deutsche Neurologe Theodor Wittmaack im Jahr 1861, der das Krankheitsbild »Anxietas Tibiarum« nannte, dahinter jedoch eine psychiatrische Erkrankung, eine Form der Hysterie, vermutete (1, 2, 4). Daher findet sich in der Literatur auch der Begriff Wittmaack-Ekbom-Syndrom als Eponym (siehe Glossar) für RLS (2).

Beard, Oppenheim und andere

1869 beschrieb der amerikanische Neurologe George Miller Beard das Restless-Legs-Syndrom als »spinale Irritation« und brachte damit zum Ausdruck, dass eventuell das Rückenmark eine Rolle in der Pathogenese der Erkrankung spielen könnte (2).

Hermann Oppenheim – ein deutscher Neurologe – war der erste Wissenschaftler, der die genetische Komponente erkannte und dies in seinem 1923 veröffentlichten »Lehrbuch der Nervenkrankheiten« beschrieb (1, 2, 4).

In den folgenden Jahren wurde RLS weiterhin als neurologische Erkrankung eingestuft und von verschiedenen Wissenschaftlern aufgegriffen, zum Beispiel 1936 von Charles F. Code und Edgar V. Allen, 1940 von Juan Cesar Mussio-Fournier und 1943 von Frederick Gerard Allison, ein Internist aus Kanada, der selbst betroffen war und die mit dem Krankheitsbild einhergehenden Zuckungen als


Patienten mit Wittmaack-Ekbom-Syndrom (Restless-Legs-Syndrom) leiden unter einem Bewegungsdrang der Beine, meist assoziiert mit sensiblen Störungen oder Schmerzen
Foto: Irena Misevic©fotolia.de


weiter ... (für pt_Abonnenten)


Sie haben noch kein _Abonnement?
Profitieren Sie von dem umfangreichen Angebot für _Abonnenten!

Bestellinformationen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 © Pflaum Verlag www.physiotherapeuten.de