Restless-Legs-Syndrom +++ Laufprogramm +++ Krafttraining +++ Massage +++ Wechselbad
Den unruhigen Beinen an den Kragen gehen
Ulrike H. Mitchell
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Auf einen Blick
International wird für das Restless-Legs-Syndrom künftig die Bezeichnung Ekbom Disease gelten, im Deutschen ist auch der Begriff Wittmaack-Ekbom-Syndrom kurz Ekbom-Syndrom bekannt. Die Patienten leiden unter quälenden Missempfindungen in den Beinen und haben einen unstillbaren Bewegungsdrang, was sich negativ auf die Lebensqualität auswirkt. Physiotherapeuten können wirkungsvolle Therapien anbieten, was bisher wenig bekannt ist. In diesem Beitrag gibt Ihnen die Autorin praktische Hinweise für die Behandlung von Patienten mit Ekbom-Syndrom.
Formen
Es gibt zwei Formen des Ekbom-Syndroms (früher: Restless-Legs-Syndrom): die idiopathische und die symptomatische. Letztere tritt sekundär zu einer auslösenden Grunderkrankung auf und kann mit einer kausalen Behandlung wie Eisensubstitution therapiert werden. Die idiopathische Form kann medikamentös mit L-Dopa, Dopaminagonisten oder Opioiden behandelt werden.
Ziele
Physiotherapeutische Interventionen erweisen sich als wirksam und visieren verschiedene Behandlungsziele an beispielsweise die Durchblutungsförderung, Counterstimulation oder die Produktion von Endorphinen und Dopaminen die letztendlich die Symptome des Ekbom-Syndroms lindern. Im Folgenden sind die physiotherapeutischen Möglichkeiten für den Einsatz in der Praxis spezifiziert (Abb. 1).
Individuelle Bewegungsprogramme
Hierbei handelt es sich um ein halbstündiges Laufprogramm mit einer Intensität von 40 bis 60% der maximalen Herzfrequenz des Patienten. Zusätzlich oder alternativ kann man ein gemäßigtes Krafttrainingsprogramm für die Beine ausführen, das die verschiedenen Muskelgruppen der Flexoren, Extensoren, Abduktoren und Adduktoren beansprucht.
Die Übungen sollten nicht zu schwierig sein, da sonst die korrekte Ausführung leidet. Das Ziel der Bewegung ist die Durchblutungsförderung, die nicht nur durch die Muskelpumpe verursacht wird, sondern auch durch die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) im Endothelium.
Die Abscherkraft, die zwischen der Innenwand der Blutgefäße und dem schneller fließenden Blut entsteht, stimuliert das Enzym NO-Synthase (NOS). Dieses Enzym katalysiert die Produktion von NO, das dann ungehindert in die Gefäßmuskelschicht diffundieren kann. Dort übt es eine aktivierende Wirkung auf die Guanylatcyclase (siehe Glossar) aus, die dann den Botenstoff cGMP (siehe Glossar) aktiviert. Weitere Schritte folgen, bis schließlich die Gefäßmuskulatur erschlafft. Die Gefäßerweiterung führt dann zur gesteigerten Durchblutung. Bewegungen haben auch den Vorteil, dass sie Endorphine, die sogenannten »Glückshormone«, produzieren.
Massage der Beine
Die Massage hat sich als eine kleine Wunderwaffe herausgestellt. Diese Intervention fördert die Durchblutung, regt die Dopaminproduktion an und bietet den Symptomen des Ekbom-Syn-
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