PRAXIS_FALLBERICHT

Körperliche Aktivität +++ Herzinsuffizienz +++ COPD +++ Rehabilitation +++ EMS-Training

Ganzkörper-Elektromyostimulation in der Kardiologie

Ergebnisse eines Patienten mit koronarer Herzerkrankung und schwerer COPD

Andreas Fründ, Frank van Buuren

Abb. 1: Mit dem Trainingsgerätb können synchron acht Muskelareale zur Kontraktion gebracht werden

Auf einen Blick

Die Autoren untersuchten in einer prospektiven Pilotstudie die Wirkung und die Akzeptanz von Elektromyostimulations(EMS)-Training – einer Art passiven, von der mentalen Einstellung und dem physischen Leistungsvermögen weitgehend unabhängigen Trainingsform – bei Patienten nach kardialen Interventionen. Hier werden Ihnen die Trainingsergebnisse eines Patienten mit einer koronaren Eingefäßerkrankung und einer schweren COPD vorgestellt.


Pilotstudie

Arbeitshypothese

Herzkranke Patienten sind bei der Durchführung dynamischer Trainingsarten wie Joggen oder Radfahren durch einen raschen Anstieg der Herzfrequenz limitiert und erreichen nicht die für ein effektives körperliches Training notwendige Belastungsstufe. Durch EMS-Training werden große Muskelgruppen unabhängig vom Willen extern erregt. Es erscheint möglich, mithilfe des EMS-Trainings eine Intensität zu erreichen, die es dieser Patientengruppe erlaubt, von der Optimierung zahlreicher Stoffwechsel- und muskelphysiologischer Parameter zu profitieren. Diese Vorgänge sollen im Einzelnen beobachtet und im Weiteren auf eventuelle positive Einflüsse auf die Prognose des Grundleidens überprüft werden.

Ganzkörper-EMS auf dem Prüfstand

Im Rahmen einer prospektiven Studiea schlossen wir 15 Patienten mit der gesicherten Diagnose »koronare Herzerkrankung« in ein mehrmonatiges Trainingsprogramm (Ganzkörper-EMS) ein. Als Trainingsgerät diente eine Stimulationseinheitb, mit der über ein Verbindungskabel zu einer Stimulationsweste synchron acht Muskelareale zur Kontraktion gebracht werden (Abb. 1). Die Stimulationsparameter sind frei wählbar und wurden für unsere Studie mit 80 Hz und 300 µs bei 4 s Anregung und 4 s Pause für 20 min definiert. Die Amplitude (mA) konnten die Patienten selbst wählen, so dass die subjektive Empfindung »Muskelkontraktion / Stromempfinden« auf Stufe 8 einer 10-stufigen Skala eingestellt wurde.

Kasuistik aus der Pilotgruppe

Diagnose

Herr F., ein 57-jähriger Patient, leidet an einer symptomatischen und limitierenden Herzerkrankung mit einer Ejektionsfraktion (siehe Glossar) von weniger als 30 Prozent und zusätzlich



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