Spiegelneuronen +++ Resonanz +++ Perspektivwechsel +++ Integration +++ Settingansatz
Bedeutung im Setting Physiotherapie
Antje Bähr
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| Abb. 1: Der Therapeut überprüft seine eigenen Körperreaktionen während der beobachtenden Berührung des Patienten |
Auf einen Blick
Die Fähigkeit sich in den Patienten einzufühlen ist in der therapeutischen Situation elementar wichtig. Löst aber nur das Gesehene oder Gehörte Empathie aus oder auch das in der Physiotherapie so wichtige Ertasten? Erfahren Sie von der Autorin, welche neuen Perspektiven sich bei einem bewussten Umgang für die Behandlungssituation ergeben können.
Empathie basiert in fast allen Theorien vor allem auf visuellen Beobachtungen oder auditiven Wahrnehmungen. Sie wird als eine besonders genaue Beobachtung dargestellt, die auch die Intentionen und Emotionen des anderen aufnimmt. Die Autorin geht davon aus, dass nicht nur das Erzählte, also die Vorgeschichte des Patienten, und das visuell Beobachtete, sondern auch das Ertastete im Körper des Therapeuten eine Resonanz erzeugt, ein Miterleben in den eigenen körperlichen Strukturen, was ein Wiedererkennen oder Verstehen auslöst (Abb. 1).
Spiegelneuronen
Spiegelneuronen sind der Ort im Gehirn, an dem intentionale, zielgerichtete Bewegungsabfolgen abgespeichert werden. Sie ermöglichen uns, die Erfahrungen eines anderen mitzuerleben, und somit zu einer »Als-ob-Erfahrung« zu kommen, die auf ähnlichen Körperzuständen beruht (1, 2).
Ähnlichkeit
Auch wenn grundsätzlich davon auszugehen ist, dass wir uns in Anatomie und Physiologie nur unwesentlich voneinander unterscheiden, so können die Bedeutung einer Situation, deren Wahrnehmung und Interpretation doch stark voneinander abweichen. Empathische Urteile, die auf der Annahme von Ähnlichkeit gefällt werden, sind daher für Fehler anfällig (3).
Perspektivwechsel
Vollzieht der Beobachter einen Perspektivwechsel, beginnt er die Sicht des anderen zu verfolgen und dessen Horizont zu berücksichtigen. Das heißt, das beobachtende Individuum erkennt, dass sich seine Perspektive von der des anderen unterscheidet und rechnet die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Reaktion oder Handlung hoch. Dazu benutzt der Beobachter sein eigenes Wahrnehmungssystem, als wäre er der andere, und durchläuft die Sinneseindrücke und Emotionen, die in der Situation des anderen zu erwarten sind mit seinen eigenen Körperstrukturen (3).
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