Haltungstechnik +++ Atemgymnastik +++ Orthosympatisches System +++ Intraabdomineller Druckabfall
Konzepte stellen sich vor auf Basis des pt_Konzepte Fragebogens
Auf einen Blick
Die Physiotherapie in Deutschland ist bestimmt von einer »Konzepte-Kultur«. Die Vielfalt der Methoden gibt der Profession wichtige Impulse, andererseits fällt es schwer, Hilfreiches auszuwählen. In diesem Beitrag lesen Sie die Antworten von Madeleine Jansen vom Institut für Motorikwissenschaften in Palma de Mallorca auf die Fragen der pt-Redaktion zur hypopressiven Bauchmuskelgymnastik.
Grundlagen zur Methode
Bei der hypopressiven Bachmuskelgymnastik handelt es sich zum einen um Haltungstechniken mit einer wichtigen propriozeptiven Stimulation (Abb. 1). Die Techniken basieren nicht nur auf der Einhaltung einer bestimmten Position, sondern auch auf der Modifikation der Haltung im Allgemeinen, d.h. des Körperschemas. Zum anderen beinhaltet die Methode eine Atemgymnastik mit dynamischen Übungen in Apnoe.
Durch die Gymnastik kommt es zu einem sofortigen intraabdominellen und intrathorakalen Druckabfall, woher auch die Bezeichnung »hypopressiv« kommt, bedingt durch eine tonische Entspannung des thorakalen Diaphragmas. Der intraabdominelle Druckabfall verursacht eine Reflexaktivierung der Beckenbodenmuskulatur und des Bauchmuskelgürtels. Mittelfristig konnte darüber hinaus eine Aktivierung des orthosympathischen Systems beobachtet werden, weshalb eine Schwangerschaft und ein arterieller Bluthochdruck selbst unter pharmakologischer Kontrolle absolute Kontraindikationen der hypopressiven Technik darstellen.
Dieser Effekt bestimmt aber auch wichtige therapeutische Implikationen bei funktionellen Pathologien mit Ursachen im neurovegetativen System. Therapeutische Erfolge der hypopressiven abdominalen Gymnastik sind unter anderem:
• Kräftigung des Beckenbodens
• Kräftigung der Bauchgürtelmuskulatur
• Bessere Verteilung des Bauchdrucks unter Anstrengung
• Weniger Spannungen der posterioren Muskulatur
...
Abb. 1: Die Ausführung hypopressiver Übungen führt langfristig zu einer Tonisierung des Beckenbodens und des Bauchmuskelgürtels
Foto: Madeleine Jansen
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