PRAXIS_LEITLINIEN

Schwindel +++ Innenohr +++ Otholiten +++ Dix-Hallpike-Test +++ Nystagmus

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS)

Leitlinienbasierte Untersuchung

Claudia Redlich

Auf einen Blick

Es kommt immer wieder vor, dass sich Patienten mit Rezepten in Physiotherapiepraxen anmelden, auf denen lediglich die Diagnose »Schwindel« notiert wurde. In einem solchen Fall kann es durchaus sein, dass auch dem Therapeuten vorübergehend schwindlig wird. Dieser Beitrag stellt Ihnen die Ursachen des BPLS heraus und informiert Sie über die Untersuchungsmethodik dieses speziellen Lagerungsschwindels. Die Literaturgrundlage bilden zwei aktuelle Leitlinien aus Deutschland und den USA.


Überblick

Kategorien

Bei Schwindel können vier Ursachenkategorien unterschieden werden:

Bei peripher vestibulärem Schwindel liegt die Ursache im Innenohr oder auf dem VIII. Hirnnerv, der für Gehör- und Gleichgewichtsfunktionen zuständig ist. Zentral vestibulärer Schwindel wird durch Läsionen des Hirnstamms oder des Kleinhirns verursacht. Viele internistische Erkrankungen wie Herz-, Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen lösen nichtvestibulären Schwindel aus. Treten ohne Vorliegen der o. g. Ursachen Schwindelgefühle auf, kann es sich auch um psychogenen bzw. psychovegetativen Schwindel handeln, der häufiger als allgemein angenommen vorkommt (1).

Häufigste Schwindeldiagnose

Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) ist in der neurologischen Ambulanz mit 18,6% die am häufigsten gestellte Schwindeldiagnose. Die Ursache für den BPLS liegt in einer Veränderung im Innenohr; es handelt sich um einen Schwindel der ersten Kategorie. Dieser spezielle lagerungsabhängige Drehschwindel hält nur wenige Sekunden an und vermittelt dem
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Abb. 1:
Innenohr mit Vestibulärapparat

Abbildung: Claudia Redlich



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