Fußball +++ Prävention +++ Clinical Reasoning +++ Verletzungsprophylaxe +++ Betreuung
Betreuungsaufgaben am Beispiel des Vereins »Holstein Woman«
Christian Byner
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| Abb. 1: Hohe Dynamik und Athletik am Ball Foto: Ismail Yesilyurt |
Auf einen Blick
Der amtierende Weltmeister im Frauenfußball verteidigt seinen Titel zurzeit in Deutschland mit Heimvorteil. Aber: Wie wird eigentlich eine Frauenfußball-Bundesligamannschaft sportphysiotherapeutisch betreut? Lesen Sie in diesem Artikel einen Bericht über den Arbeitsbereich. In einem späteren Beitrag informiert Sie der Autor über die evidenzbasierte Prävention und Behandlung der häufig vorkommenden Knieverletzungen.
Nach einer Statistik des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sind 2010 insgesamt 710.789 Frauen und 339.512 Mädchen unter 16 Jahren als Spielerinnen gemeldet. Das sind 27.477 mehr als im Vorjahr (1).
Der Verein »Holstein Woman« in Kiel (Abb. 1) spielt seit 2005 in der 2. Fußball-Bundesliga Nord, obwohl alle Spielerinnen noch Schülerinnen, Studentinnen, Auszubildende sind oder bereits im Beruf stehen. Fußball ist »nur« ihr professionell betriebenes Hobby, aber trotzdem Leistungssport. Die Spielerinnen sind deshalb nicht wie Vertragsspieler bei Vereinen über die Berufsgenossenschaft versichert, sondern sind bei Verletzungen nur über ihre eigene Krankenversicherung abgesichert.
Der betreuende Physiotherapeut muss sich mit den unterschiedlichsten Verletzungen und Krankheiten auseinandersetzen, um den Spielerinnen möglichst schnell und professionell helfen zu können. Schon eine vermeintlich kleine Erkältung oder ein stumpfes Muskeltrauma kann eine Ursachen-Folge-Kette mit schlimmeren Verletzungen mit sich bringen.
Training
Die Mannschaft absolviert in der Regel drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche auf einem Rasenplatz sowie ein eigenständiges Krafttraining in einem Fitnessstudio. Der Physiotherapeut begleitet ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche und nimmt verschiedene Betreuungsaufgaben wahr (Kasten siehe Heft 7/2011).
Spiel
In der Regel tritt die Mannschaft im wechselnden Rhythmus zu Heim- und Auswärtsspielen an. Bei einem Heimspiel treffen sich die Spielerinnen eineinhalb bis zwei Stunden vor Spielbeginn am Spielort. Bei Auswärtsspielen kommt es auf die Entfernung an, ob bereits einen Tag früher angereist werden muss. Allerdings sollten Busfahrten über vier Stunden vermieden werden, um die Spielerinnen nicht zusätzlich zu ermüden.
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