PRAXIS_PRÄVENTION

Körperliche Aktivität (KA) +++ Gesundheitsrelevanz +++ Bewegungsenergieverbrauch +++ Belastung

Optimierung körperlicher Aktivität

Planung physischer Aktivitäten in der zweiten Lebenshälfte

Helmar Biering

Auf einen Blick

Körperliche Aktivität (KA) wird sehr unterschiedlich realisiert. Empfehlungen für gesundheitsrelevante KA existieren, berücksichtigen gegenwärtig jedoch kaum einen konkreten Lebensstil, was zu Fehleinschätzungen führen und Lebenszeit kosten kann. In Verbindung mit dem quantitativen Bewegungserfassen ist es möglich, eine Optimierung der KA vorzunehmen, womit auch physische Interventionen in höherem Maße gesundheitsbedeutsam werden. Der Autor erläutert Ihnen das anhand konkreter Beispiele.


Einleitung

Moderat betriebene KA mit aerobem Ausdauer- bzw. Kraftausdauercharakter und dem Anstrengungsgrad »etwas anstrengend« bzw. »mittel« gilt primär als gesundheitlich relevant. Derzeitige Empfehlungen beinhalten für Erwachsene einen kontinuierlichen wöchentlichen Mehrverbrauch von 1.000 bis 3.500 kcala bzw. 4.200 bis 14.650 kJa (1-10). Ein individueller Lebensstil mit einer äußerst vielseitigen KA blieb bisher weitestgehend unberücksichtigt, was Risiken in sich birgt, denn jedem Leben steht nur ein bestimmtes organisches Potenzial zur Verfügung (11, 12).

Zusätzliche Bewegungstätigkeiten – vor allem intensiveres Sporttreiben – fordern den Organismus in höherem Maße, womit die Effektivität der KA in den Fokus rücken muss. Weil körperlicher Betätigung generell ein gesundheitsförderlicher Aspekt zugeschrieben wird und Sporttreibende allgemein ca. ein bis vier Jahre länger leben (u.a. 13, 14), weisen nur wenige auf diese Problemlage hin (15-18).

Optimierung von KA

Grundlage ist eine Verknüpfung von jeweils konkreter KA mit dem Energieverbrauch und dem Anstrengungsempfinden (AE). Die Optimierung erfolgt auf Basis der individuellen physischen Fähigkeit und ist primär auf KA mit aerobem Kraft- und Ausdauercharakter gerichtet, was große Muskelgruppen aktiviert. Das ermöglicht einerseits das Erreichen bzw. längerfristige Erhalten gesundheitsrelevanter, die motorische Leistungsfähigkeit sichernder Adaptationen und schont andererseits gleichzeitig die organischen Ressourcen. Sekundär schließt sie Beweglichkeit bzw. Dehnfähigkeit und Koordination, vor allem Gleichgewichtsschulung, ein. Diese tragen zur Absicherung des praktischen Lebensstils bei.

Zu planende künftige KA wird auch vom subjektiven Anspruch beeinflusst; Belastungsprinzipien, insbesondere »Kontinuität« und »Wechsel von Belastung und Erholung« sollten aber generell Beachtung finden.
Die Möglichkeit zu gezielter KA bietet sich vor allem im Ruhestand, wo notwendige Bewegungsaktivitäten nicht mehr beruflichen Zwängen unterliegen. Es folgen Empfehlungen vor allem für diesen Altersbereich.

Energieverbrauch

Basis für die Bestimmung optimaler KA sind neben allgemeinen Empfehlungen für gesundheitsrelevante KA die zuvor aufgeführten Kalorienbereiche.
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