PRAXIS_EVIDENZBASIERT

Schlaganfall +++ Morbus Parkinson +++ Gangtraining +++ Musik +++ Rhythmus +++ Metronom

Schritt für Schritt im Takt der Musik

Rhythmisch unterstützte Physiotherapie in der Neurologie

Angelika Eisele

Abb. 1: Das Metronom ist eine unkomplizierte Möglichkeit, den Takt für eine Bewegung vorzugeben
Foto:
Frank-PeterFunke©fotolia.de

Auf einen Blick

Mit Musik geht vieles leichter – eine althergebrachte Lebensweisheit, hinter der einiges an Wahrheit steckt. Denn Musik erleichtert auch das Üben von Bewegungsabläufen bei neurologischen Erkrankungen. Lesen Sie, wie Patienten durch rhythmische Mittel dabei unterstützt werden, Bewegungsmuster effektiv zu trainieren.


Das intensive und wirksame Training von Alltagsbewegungen fordert Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie auch deren Therapeuten meist enorm heraus. Bewegungssequenzen wie Gehen oder Greifen müssen nach einem Schlaganfall mühsam wiedererlernt und automatisiert werden. Bei Morbus Parkinson und anderen fortschreitenden neurologischen Erkrankungen gilt es, möglichst normale Bewegungsmuster zu erhalten.

Untersuchungen zeigen, dass ein musik- beziehungsweise rhythmisch gestütztes Training die Betroffenen in diesen Prozessen wesentlich unterstützen kann und insgesamt zu deutlich besseren Behandlungsergebnissen führt als herkömmliches Bewegungstraining ohne Musik. Diese Erkenntnis fließt bislang noch wenig in die Praxis ein.

Rhythmisch-akustische Stimulation (RAS)

Die bekannteste und bisher am meisten erprobte Methode zum rhythmisch unterstützten Training von Bewegungen ist die rhythmisch-akustische Stimulation (RAS). RAS wurde von Musiktherapeuten entwickelt und wird bei Patienten mit motorischen Störungen durch einen Schlaganfall, Morbus Parkinson, ein Schädel-Hirn-Trauma oder Multiple Sklerose angewandt (1).

Gangtraining

Bislang wird RAS hauptsächlich beim Gangtraining eingesetzt. Ein solches Training verläuft prinzipiell folgendermaßen: Nach einigen Vorübungen – zum Beispiel zur Gewichtsverlagerung – geht der Patient zunächst im Takt einer Musik, die auf sein Gehtempo abgestimmt wurde. Im Laufe der Behandlungseinheit wird nun das Musiktempo und damit auch die Gehgeschwindigkeit um circa fünf bis zehn Prozent erhöht. Abschließend wird die Musik ausgeblendet und der Patient geht einige Minuten ohne den rhythmischen Zeitgeber weiter. Das dient dem Transfer der trainierten Fähigkeiten in den Alltag, in dem der Patient auch ohne rhythmische Unterstützung gehen soll (1).

Die Wirksamkeit von Gangtraining mit RAS untersuchten mehrere
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