Bewältigungsstrategien +++ Affektive Komponente +++ Verhaltenstherapie +++ Wissensvermittlung
Hintergrund, Erfassungsmethode und Ansatzpunkte in der Physiotherapie
Eva-Maria Hieber
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Auf einen Blick
Die Forschungsarbeit dieser Ausgabe ab Seite 6 präsentiert die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie, in welcher der Zusammenhang zwischen Schmerz-Katastrophisierungsgedanken und körperlichen Beeinträchtigungen bei PatientInnen im Rahmen einer Knieendoprothesen-Implantation untersucht wurde. In diesem Artikel erklärt Ihnen die Autorin das Konstrukt »Schmerz-Katastrophisierung«, stellt einen Fragebogen zur Erfassung dieses psychologischen Faktors vor und erläutert mögliche Ansatzpunkte für PhysiotherapeutInnen.
Ansatzpunkte
Die schmerzbezogene Katastrophisierung ist eine negative Form der Schmerzbewältigung. Bewältigungsstrategien spielen bei der Wahrnehmung von Schmerzen eine wichtige Rolle (1).
Katastrophisieren besteht aus einer Kombination eines exzessiven Fokus auf die Schmerzen, Überbewertung des Bedrohungspotenzials sowie der Selbsteinschätzung, dass man die Schmerzen nicht bewältigen kann.
In der englischsprachigen Literatur werden diese drei Komponenten »rumination«, »magnification« und »helplessness« genannt. »Rumination« steht für den erhöhten Fokus auf schmerzhafte Stimuli, »magnification« beschreibt die Wahrnehmung der Schmerzen als Bedrohung. Die dritte Komponente »helplessness« steht für das Gefühl der Überforderung hinsichtlich des Schmerzzustands und der Unfähigkeit mit dem Schmerz umzugehen (2).
Schmerzerleben
Das Schmerzerleben setzt sich grundsätzlich aus einer sensorischen und einer affektiven Komponente zusammen. Die sensorische Komponente bezieht sich auf Empfindungsmerkmale wie Intensität, Häufigkeit, Dauer, Rhythmik oder Temperatur. Die affektive demgegenüber richtet sich auf den Gefühls- und Leidensaspekt des Schmerzes (zum Beispiel: »unerträglich«, »grausam«) (3).
Stark ausgeprägte Katastrophisierungsgedanken bringen eine erhöhte Empfänglichkeit gegenüber affektiven Schmerzinformationen mit sich (Abb. 1), während sensorische Informationen durch das Bewusstsein abgeschirmt werden. Somit läuft die Schmerzerfahrung bei ausgeprägten Katastrophisierungstendenzen überwiegend über affektive Elemente und führt zu einer starken Aktivierung von emotionalen Schmerzempfindungen.
Menschen ohne Katastrophisierungsgedanken hingegen verfügen ...
Abb. 1:
Ausgeprägte Katastrophisierungsgedanken
bringen eine erhöhte Empfänglichkeit
gegenüber affektiven Schmerzinformationen
mit sich
Foto: chrisharvey©fotolia.de
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