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Knieverletzungen im Frauenfußball

Physiotherapeutische Präventionsmöglichkeiten am Beispiel der Holstein Woman

Christian Byner

Abb. 1: Häufigkeit der Verletzungen in der Frauenfußball-Bundesliga (1)

Auf einen Blick

Frauen erleiden häufiger eine Ruptur des vorderen Kreuzbands als Männer. Auch Kim Kulig von der deutschen Fußballnationalmannschaft verletzte sich vor kurzem auf diese Art und Weise. Lesen Sie über neueste Forschungsergebnisse zur Prävention von Knieverletzungen und der Umsetzung in den Trainingsalltag.


Epidemiologische Fakten

Knieverletzungen sind laut Gaulrapp et al. (1) mit 31 Prozent die häufigsten Verletzungen in der Frauenfußball-Bundesliga. So kam es im Vergleich zum Herrenfußball auch in der Mannschaft der Holstein Woman vermehrt zu Knieverletzungen – insbesondere der Menisken und des vorderen Kreuzbands. Bei der Frauen-WM 2011 in Deutschland verletzte sich Kim Kulig bereits in der 4. Minute des Viertelfinals das Kreuzband.

Gaulrapp et al. beobachteten in der Saison 2009/2010 insgesamt 254 Spielerinnen aller Teams der ersten Frauenfußball-Bundesliga in Deutschland (1). Sie ermittelten eine Verletzungsinzidenz von 3,3 pro 1.000 Stunden Training und Spiel. Aufgeteilt in Spiel (18,5) und Training (1,4) pro 1.000 Stunden wird deutlich, dass ein erhöhtes Verletzungsrisiko im Spiel besteht. Von den 246 Verletzungen betrafen (Abb. 1):

31,0 % das Knie
22,1 % das Sprunggelenk
12,9 % den Oberschenkel
 7,1 % den Kopf

Es wurde jedoch nicht nur die Verletzungsart festgehalten, sondern auch der Zeitpunkt in einer Saison und in einem Spiel. Im Oktober kommt es zu den meisten Verletzungen. In diesem Monat sind häufig Liga-, Pokal- und Länderspiele. Dazu kommt jedes Jahr ab Juli eine lange Phase der Vorbereitung ohne Pause (Abb. 2 - siehe pt 10/2011 oder PDF).
Während eines Spiels sind die letzten Minuten der ersten Halbzeit und die letzten zehn Minuten mit einem starken Verletzungsanstieg beobachtet worden (1).

Ein Vergleich: In Deutschland beträgt die jährliche Inzidenz von vorderen Kreuzbandrupturen (VKR) 45:100.000 Einwohner (2).

Unfallmechanismus

Eine VKR wird entweder durch eine direkte Gewalteinwirkung (Contact-Verletzung) oder eine indirekte (Non-Contact-Verletzung) verursacht. Auffällig dabei ist, dass circa 70 Prozent der Läsio- ...



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