Muskuläre Dysbalance +++ Musikermedizin +++ Musikphysiotherapie +++ Haltungsschulung
Zwei kurze Kasuistiken
Malika Damian, Christoff Zalpour
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| Abb. 1: Haltungskontrolle am Instrument Foto: Olesja Schellenberg |
Auf einen Blick
Die physiotherapeutische Behandlung von Musikern mit spielbedingten Beschwerden ist vielfältig und setzt eine gute Kenntnis der Musikermedizin und Musikphysiologie sowie umfangreiche persönliche Erfahrungen mit dem Instrumentalspiel beziehungsweise dem Gesang voraus. An zwei Fallbeispielen wird Ihnen die Vorgehensweise anschaulich vermittelt.
Die dynamische und statische Dauerbelastung beim Spielen der meisten Instrumente und die daraus resultierenden muskulären Dysbalancen führen zu Fehl- und Überbelastungen der oberen Extremitäten und des Rückens (1, 2). Diese Problematik wird durch die Verwendung von häufig überholtem Instrumentalzubehör verstärkt.
Im Institut für Physiotherapie und Osteopathie (INAP/O) besteht die erste Therapieeinheit aus einem speziellen Befund des Bewegungs- und Stützapparats unter Berücksichtigung der Bewegungsabläufe und üblichen Haltemuster beim Musizieren. Die Befundung mit dem Instrument ist notwendig, da so die Fehlerquellen am Ursprung aufgedeckt und behandelt werden können (3, 4).
Häufige Beschwerden bei Streichinstrumentalisten
Gelegentliche und chronische Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich bei hohen Streichern treten in einer Häufigkeit von 70% auf (5). Bei Geigern ist das Beschwerdeaufkommen rechts und links etwa gleich häufig, während bei Bratschisten linksseitige Beschwerden dominieren (6).
Ursachen sind die gleichzeitig dynamische und statische Belastung der rechten Schulter sowie die Überkopfbewegung beim Spielen der tiefen Saiten, mit Einengung der Supraspinatussehne. Linksseitig besteht eine statische Dauerbelastung, in zum Teil endgradiger Außenrotation des Schultergelenks bei ...
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