Gehirnstimulation +++ Visuelle Analogskala +++ Motorkortex +++ Chronische Schmerzen
Ist transkranielle Gleichstromstimulation effektiv?
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Auf einen Blick
Kerstin Lüdtke stellte auf dem WCPT-Kongress in Amsterdam die Ergebnisse einer Meta-Analyse zur transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) vor. Derzeit arbeitet sie an einer eigenen randomisierten kontrollierten Studie (RCT), um die Effektivität der tDCS bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen zu untersuchen. Tanja Bossmann fragte nach.
Kerstin, in Deiner Meta-Analyse hast Du Studien zur transkraniellen Gleichstromstimulation ausgewertet. Was ist das denn für ein Verfahren?
Bei der transkraniellen Gleichstromstimulation werden Elektroden auf der Kopfhaut des Patienten appliziert und ein niedrigdosierter Gleichstrom verabreicht. Dafür nutzt man einen kleinen tragbaren Apparat, ähnlich einem TENS-Gerät. Die aktive Elektrode muss dabei über dem Zielorgan in diesem Fall dem Motorkortex platziert werden, die Referenzelektrode wird oberhalb des gegenüberliegenden Auges befestigt.
Wie erklärt sich die Wirkungsweise?
Man geht davon aus, dass über die tDCS die Ladung der Nervenzellen beeinflussbar ist und so deren Erregbarkeit entweder gesteigert oder vermindert werden kann. Durch die entsprechende Platzierung der Anode über dem Motorkortex kommt es dort zu einer größeren Erregung und dies wiederum soll eine deszendierende Schmerzhemmung induzieren. Das ist allerdings nur ein Erklärungsmodell. Was genau passiert, ist bisher unklar.
Ist die transkranielle Gleichstromstimulation effektiv, um Schmerzen zu beeinflussen?
Die analysierten Studien zeigen zwar alle, dass es einen Effekt gibt, allerdings ist dieser sehr klein. Bei der visuellen Analogskala (VAS) liegt die Grenze für eine klinisch bedeutsame Veränderung bei 2 von 10 und die nachgewiesenen Effekte erreichten gerade diese Schwelle. Im Moment kann mal also noch keine Empfehlung für die Anwendung der tDCS geben. Dazu muss man aber auch sagen, dass die methodische Qualität der Studien generell nicht gut war. Hauptprobleme waren zu kleine Fallzahlen, inadäquate statistische Verfahren für die geringen Teilnehmerzahlen und unklare Blindungsbedingungen. Die Analyse zeigt vor allem eines: Wir brauchen dringend gute Studien, um die Effektivität ordentlich beurteilen zu können.
Seit Februar arbeitest Du an einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) zur Effektivität der transkraniellen Gleichstromstimulation bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. Kannst Du schon ein paar Details verraten? ...
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