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Kältetherapie +++ Temperaturbereiche +++ Kältewirkung +++ Schmerztherapie +++ Kälteanwendung

Kryotherapie

Die richtige Kälte tut gut

Thorsten Teschner

Auf einen Blick

Kältetherapie stellt heute ein wichtiges Adjuvans dar und ihre Wirkungen sind vielfältig. Dies ist mit verschiedenen physiologischen, biochemischen sowie zentralnervösen Prozessen zu erklären. Lokale kältetherapeutische Verfahren werden bedeutsam eingesetzt, beispielsweise bei Sportlerbeschwerden oder postoperativ. Lesen Sie hier mehr über die Anwendung in der Therapie.


Kältetherapie – kein alter Hut

Obwohl die Wurzeln der Kältetherapie bis in die Antike zurückreichen (1), sind kältetherapeutische Verfahren heute immer noch aktuell. Und dies in verschiedenen Temperaturbereichen: beispielsweise in der Kryochirurgie, die die gewebezerstörenden Eigenschaften von extremen Temperaturen in Bereichen von -70 bis -200° C nutzt, in der Dermatologie und Kardiologie. Außerdem bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis kann eine generalisierte Anwendung als Ganzkörpertherapie in der Kältekammer sehr gute Erfolge erzielen. In der Notfall- und Intensivmedizin wird die Hypothermiebehandlung als gezielte Unterkühlung des Körpers angewendet. Verfahren mit lokaler Anwendung von Kälte bis circa -25° C werden in der physikalischen Therapie und in der Schmerztherapie eingesetzt.

Kältewirkungen im Überblick

Wie wirkt nun Kälte? Kälte vermag akute und chronische Schmerzen zu lindern. Eine lokale Kälteapplikation wirkt zudem stellenweise entzündungshemmend, entspannend und leistungssteigernd. Dies ist mit verschiedenen physiologischen, biochemischen sowie zentralnervösen Prozessen zu erklären. Kälte beeinflusst Gewebestrukturen und Gewebeprozesse und nimmt indirekt Einfluss auf innere Organe.

Kälte zeigt kurzfristig auf der Hautoberfläche seine Wirkung. In der Oberflächenwirkung kommt es durch den Sympathikus zu einer beschleunigten Wärmeabgabe. Über das autonome Nervensystem regulieren dabei Schweißdrüsen die Wärmeabgabe und Gefäße den inneren Wärmestrom vom Kern zur Peripherie. Dadurch sinkt der Gewebetonus, der Schmerz wird gedämpft und die motorische Einheit aktiviert. Kälte blockiert die Schmerzbahnen, senkt die Schmerzweiterleitung und hemmt so die Schmerzwahrnehmung (Abb. 1).

Dieses Phänomen kann auch der sogenannten Gegenirritation (siehe Glossar) ...


Abb. 1: Kältewirkung im Überblick
Grafik: Sporto-med GmbH



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