Lokomotion +++ Endeffektorprinzip +++ Exoskeletonprinzip +++ Schlaganfall +++ Hemiparese
Eine neue Therapieoption in der Rehabilitation rollstuhlpflichtiger Patienten
Stefan Hesse, Andreas Waldner, Christopher Tomelleri, Cordula Werner
Auf einen Blick
Um rollstuhlpflichtigen Patienten das repetitive Üben des Treppensteigens zu ermöglichen, entwickelte das Autorenteam einen Gangroboter und testeten dessen Effektivität bei sechs nicht gehfähigen Schlaganfallpatienten. Die Autoren stellen Ihnen kurz die positiven klinischen Ergebnisse vor, die weitere Studien rechtfertigen.
Zentrales Anliegen
Jedes Jahr erleiden ungefähr 180.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall (1). Die Wiederherstellung der Mobilität ist ein zentrales Anliegen der Neurorehabilitation. Am effektivsten gilt derzeit die Kombination aus einer Lokomotions- und Physiotherapie in Einklang mit einem aufgabenspezifisch repetitiven Ansatz (2). Um die Arbeit der Therapeuten während der Lokomotionstherapie zu erleichtern, wird der Einsatz von Gangmaschinen, die entweder dem Endeffektor- (3) oder dem Exoskeletonprinzip (siehe Glossar) (4) folgen, empfohlen.
Treppensteigen ist wesentlich
Die bis dato angebotenen Gangmaschinen (36) beschränken sich auf das repetitive Üben des Gehens in der Ebene. Wesentlicher Bestandteil unserer alltäglichen Mobilität jedoch ist das Treppensteigen. Circa ein Drittel der Berliner U-Bahnhöfe der beiden am meisten frequentierten Linien verfügen über keine Rolltreppe oder Lift und die Berliner Bauverordnung schreibt einen Lift erst ab einem fünfstöckigen Gebäude vor (7). In der Konsequenz verlassen nur wenige Betroffene in Berlin ihre Wohnungen, obschon sie gehfähig wären.
Nach einer italienischen Studie erlernten lediglich fünf Prozent einer Kohorte von 437 Schlaganfallpatienten das Treppensteigen in der Primärrehabilitation (8), in der Deutschen Gangtrainerstudie (DEGAS) lag der Anteil bei 70 Prozent (9). ...
Abb. 1
a: Ein linkshemiparetischer Patient übt das Treppensteigen mit dem neuen Gangroboter; es ist nur eine leichte Unterstützung während der Knieextension erforderlich
b: Derselbe Patient im Vergleich dazu während des Treppensteigens mit der Unterstützung von zwei Therapeuten
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