Faszien +++ Myofibroblasten +++ Stress +++ Salutogenese +++ Parasympathikus +++ Mechanorezeptoren
Zusammenhänge zwischen Stress und vegetativem Nervensystem
Stefan Andrecht
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| Abb. 1: Ortho-bionomische Ruffini-Schmelztechnik an der Fascia lata / Fascia tractus iliotibialis in Seitlage: die linke Hand nähert das ventrale Gewebe an, während mit der rechten Hand die Schmelztechnik in die angenehme / freie Richtung ausgeführt wird in diesem Beispiel nach distal |
Auf einen Blick
Lesen Sie, wie Stress, das Fasziensystem und das vegetative Nervensystem zusammenhängen auf Grundlage neuerer Ergebnisse in der Faszienforschung. Der Autor geht zudem der Frage nach, ob diese Erkenntnisse zukünftig einen Beitrag zu einer ressourcenorientierten und salutogenetischen physiotherapeutischen Behandlung leisten könnten.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Stress eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Die Schnelllebigkeit unserer Zeit, die enorme Dichte der zu verarbeitenden Sinnesreize, die Bewegungsarmut und die Tendenz zu einförmigen, monotonen, repetitiven Bewegungen sind bedeutende Faktoren, die den menschlichen Organismus an die Grenzen seiner Belastbarkeit bringen.
Zu beobachten ist ein deutlicher Rückgang eines »inneren Gefühls für den Körper und seiner Grenzen« dem sogenannten Embodyment. Liebscher-Bracht geht davon aus, dass der Mensch in den Industrienationen sich noch zu ca. 15% so bewegt, dass der Bewegungsapparat entsprechend seiner evolutionären Entwicklung beansprucht wird (1).
Im Praxisalltag begegnen uns vorwiegend Menschen, die sitzend einer frontbetonten Tätigkeit, beispielsweise am Schreibtisch, am PC oder beim Autofahren nachgehen. Dabei sind die Augen durch das fokussierende Sehen überfordert. Die Augen sind aus der Evolution an den sakkadierenden Blick adaptiert, einen Blick, der mal fokussiert, dann wieder in einem »Landschaftsblick Modus« die Umwelt scannt, um eventuelle Gefahren zu erkennen (2). Dieser »periphere Blick« ist auch aus den Kampfkünsten bekannt. Schnack spricht von einer »permanenten Lebensverdichtung, bei der eine Beschleunigung der Beschleunigung stattfindet« (2).
Vegetativum
All diese Prozesse führen unter anderem dazu, dass der Mensch in seinen Stressbewältigungsstrategien überfordert ist, täglich seine Grenzen überschreitet
und trotz hochspezialisierter moderner Medizin an immer mehr funktionellen Befindlichkeitsstörungen, Burnout-Syndromen, Depressionen und Schmerzsyndromen leidet.
Die funktionellen Syndrome sind multifaktorieller Genese und führen unter anderem zu einem Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems. Die negativen Stressfolgen der Cortisol-Ausschüt ...
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