PRAXIS_FALLBERICHT

Kompression +++ Schnür-Furchen +++ Chronisch venöse Insuffizienz +++ Ödem +++ Reflexdystrophie

Kompressionsbehandlung bei Osteolyse

Funktionelle Behandlung unter besonderer Beachtung der Pathophysiologie

Klaus G. Weber

Auf einen Blick

Der in diesem Artikel vorgestellte Patient leidet unter ausgeprägten Osteolysen des Fußes. Ausführliche Inspektion und Palpation geben Hinweise auf eine chronische venöse Insuffizienz. Lesen Sie, welche therapeutische Vorgehensweise in diesem Fall der Autor empfiehlt.


Anamnese

Mit einer Hartschale am linken Unterschenkel und einer Gehhilfe betritt mit schwerem unsicheren Schritt ein ungefähr 55-jähriger Patient erstmals die Praxis. Voll Sorge berichtet er, dass sich die Knochen in seinem linken Fuß trotz Medikamenteneinnahme zersetzen würden und dieser Prozess jetzt auch im rechten Fuß begänne. Der Arzt meinte, ihm müsse im schlimmsten Fall, wenn der Prozess nicht zum Stehen käme, der Fuß amputiert werden.

Wahrscheinlich wegen der streifigen Veränderungen der Knochen lautete die aktuelle Verdachtsdiagnose »Psoriasisarthritis«. Unter anderem war ihm Metothrexat zur Immunsuppression sowie die Ruhigstellung und Entlastung des Fußes verordnet worden. Gebessert hatte sich dadurch nichts – im Gegenteil. Die mitgebrachten Röntgenaufnahmen (Abb. 2 a – d) zeigen sehr gut die Sinterfrakturen im Fußwurzelbereich beider Füße und lassen die daraus zwangsläufig folgenden Formveränderungen erkennen.

Untersuchung

Auffälliges am Patienten

Der ungefähr 1,90 Meter große, athletische, massig gebaute Mann, der früher viel Sport getrieben hatte, ist jetzt mit circa 105 Kilogramm übergewichtig. Sein Gang ist sehr unsicher, weil die Propriozeption der Füße eingeschränkt ist. Er klagt linksbetont über unterschiedlich intensive Dauerschmerzen in Füßen und Unterschenkeln, besitzt aber zugleich fast keine Oberflächen- und Tiefensensibilität an den Füßen.

Bei der Betrachtung und Palpation fallen deutliche Zeichen einer chronisch venösen Insuffizienz auf. Dabei erscheint die Pigmentierung im Verhältnis zur Stauung unverhältnismäßig ausgeprägt.

Die genauere Untersuchung ergibt ein derb induriertes Unterschenkelödem (vgl. Abb. 1). An Vorfuß und Zehen zeigen sich analoge Veränderungen, die auf eine deutliche trophische Störung hinweisen: die Onychodystrophie (Nagelwuchsstörung) von mehreren Zehennägel, allerdings ohne die klassischen Tüpfelnägel der Psoriasis (1). Durch die Durchblutungsstörung im Nagelbett wachsen die Nägel verdickt ...


Abb. 1:
Befund nach sieben Monate langer Kompressionsbehandlung und Lymphdrainage:
1. durch Kompression normal geformter Unterschenkel direkt proximal der Malleolen;
2. linker Unterschenkel mit Ödem;
3. Pigmentierung infolge Mikroblutungen aus den Kapillaren;
4. Pigmentierung und Kapillarerweiterung submalleolär;
5. eingebrochenes Längsgewölbe
Foto: Deutsches Institut für Ortho-Bionomy®



weiter ... (für pt_Abonnenten)


Sie haben noch kein _Abonnement?
Profitieren Sie von dem umfangreichen Angebot für _Abonnenten!

Bestellinformationen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 © Pflaum Verlag www.physiotherapeuten.de