Liquor cerebrospinalis +++ Primär respiratorischer Mechanismus +++ Osteopathie +++ Körperrhythmus
Die Theorie eines inhärenten Rhythmus
Jakob Setzwein
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| Testung der Schädelbasis im fronto-okzipitalen Griff Foto: Bundesverband Osteopathie |
Auf einen Blick
Die kraniosakrale ist neben der parietalen und viszeralen Therapie einer der drei Teilbereiche der Osteopathie. Gleichzeitig gilt sie als die kontroverseste, da viele ihrer Grundprinzipien umstritten sind. Im Folgenden stellt Ihnen der Autor das kraniosakrale System und die verschiedenen Theorien eines eigenen inhärenten Rhythmus vor.
Das kraniosakrale System ist ein funktionelles physiologisches System, das vom Schädel (= Kranium) über den Wirbelsäulenkanal bis hin zum Kreuzbein (= Sakrum) reicht und durch die Meningealmembranen, vor allem die Dura mater begrenzt ist. Gehirn und Rückenmark werden durch die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) geschützt, die in den Hirnventrikeln gebildet wird und das Gehirn sowie das Rückenmark umgibt.
Diese Einheit bildet die Grundlage für den kraniosakralen Teil, der Anfang der 1930er Jahre von William Garner Sutherland entwickelt wurde. Die zentrale Idee ist, dass ein körpereigener Regulationsmechanismus existiert, ein primär respiratorischer Mechanismus (PRM), der sich als palpierbarer Rhythmus (= cranial ryhthmic impulse (CRI)) vor allem an Schädel und Kreuzbein, aber auch am restlichen Körper äußert.
Es besteht eine Wechselwirkung mit anderen Systemen des Körpers, wie etwa dem muskuloskelettalen, dem endokrinen sowie dem Nerven-, Gefäß-, Lymph- und Respirationssystem. Gibt es in einem dieser Systeme eine Störung, so kann sich dies auf das kraniosakrale System auswirken. Ebenso beeinflusst ein Problem im kraniosakralen System die anderen Systeme, vor allem das Nervensystem und das Gehirn (1).
Die Entwicklung des kraniosakralen Konzepts beruht auf einer der Grundideen der Osteopathie, nach der Form und Funktion von Strukturen sich ge- ...
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