Glenohumerale Abduktion +++ Skapularotation +++ Photogrammetrie +++ Akromionwinkel
Nichts ist so einfach, wie es scheint!
Auf einen Blick
Ulrich Betz, Leiter des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation der Universitätsmedizin Mainz, stellte auf dem WCPT-Kongress in Amsterdam 2011 die Ergebnisse einer neuen, bisher unveröffentlichten Studie zur Biomechanik der Schulter vor. Tanja Bossmann fragte nach. Lesen Sie, was der Physiotherapeut im Vorfeld über seine Arbeit verriet
Herr Dr. Betz, Sie haben in Ihrer Studie das Bewegungsmuster zwischen Humerus, Skapula und Thorax untersucht. Der Begriff des skapulohumeralen Rhythmus ist in der Physiotherapie ja bekannt. Welche Forschungsfragen sind denn hier noch offen?
Die Beschreibung des skapulohumeralen Rhythmus geht auf Verne Thompson Inman und seine Kollegen zurück. Sie beschrieben bereits 1944 ein Verhältnis von 2:1 zwischen glenohumeraler Abduktion und Skapularotation. Das heißt, bei einer Abduktion von 90° finden 60° im Glenohumeralgelenk statt und 30° im Skapulothorakalgelenk. Obwohl verschiedene Autoren diese Werte bestätigen, gibt es auch differierende Angaben in der Literatur.
Forscher verwenden in diesem Bereich verschiedene Messmethoden, welche die räumliche Bewegung von anatomischen Punkten in ihrem Verlauf quantitativ erfassen. Diese Verfahren haben jedoch eine Reihe von unterschiedlichen Fehlerquellen. Hinzu kommt, dass die Studien methodisch sehr heterogen sind. Das bedeutet, dass die in der Literatur zu findenden Werte nur sehr bedingt miteinander vergleichbar sind.
Außerdem haben wir keine einzige Beschreibung zur intra- und interindividuellen Variabilität des skapulohumera- ...
Abb. 1:
Die Analyse zeigt: es gibt ein breites Spektrum
physiologischer Bewegungsmuster
Foto: Ulrich Betz
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