PRAXIS_WISSENSCHAFT TRANSFER

Anbahnung +++ Angeborene Bewegungsprogramme +++ Aktivität +++ Laufband +++ Spastik

Die Kombination bringt Erfolg

Die Auslösung von Lokomotionsmustern in Rückenlage kann bei MS-Patienten das Gehen verbessern

Gabriele Reimann

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MS-Forschung
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Auf einen Blick

Forschungsfragen kommen aus der Praxis – aus der täglichen Arbeit mit Multiple Sklerose (MS)-Patienten entstanden die Fragestellungen für die Studie ab Seite 6 in dieser Ausgabe. Im folgenden Beitrag erklärt Ihnen die Autorin, was die Analyse an Erkenntnissen für die Praxis brachte, und zeigt an einem Fallbeispiel die Möglichkeiten der Kombinationstherapie auf.


Forschungsfrage aus der Praxis

Aus der praktischen Arbeit mit MS-Patienten entstand die Frage, ob sich die Reaktionen auf die Auslösung angeborener Bewegungsprogramme auch aus der Rückenlage gezielt steuern lassen. Mithilfe der Studie in dieser Ausgabe suchten die Autoren nach Antworten. Obwohl die Untersuchung als Beitrag zur Grundlagenforschung noch keine verbindlichen Praxisempfehlungen gibt, lassen sich doch Hinweise formulieren, die für die Arbeit am Patienten hilfreich sein können. Die bisherigen Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Physio­therapie zur Anbahnung angeborener Bewegungsprogramme insbesondere in Kombination mit aktivitätsbezogenen Interventionen sinnvoll ist.

Anbahnung symmetrischer Reaktionen

Wenn das auf der Liege platzierte Bein in Extension gelagert wird, ergibt sich eine höhere Chance, eine Knieextension am kontralateralen überhängenden Bein zu aktivieren. Will man primär die Stützaktivität eines Beins verbessern, um beispielsweise das Stehen zu optimieren, ist diese Einstellung von Vorteil. Hiermit werden vermehrt symmetrische Reaktionen angebahnt. Das gilt im Überhang sowohl für das leichter als auch für das stärker betroffene Bein. Da die Reaktionen am überhängenden Bein in der Regel deutlicher ausfallen, ist es sinnvoll, das stärker betroffene Bein bevorzugt in dieser Weise zu platzieren.

Anbahnung für die Schwungphase

Zur besseren Anbahnung von Aktivitäten für die Hüft- sowie Dorsalflexion des Fußes, beispielweise für die Verbesserung der Schwungphase beim Gehen oder beim Treppensteigen, sollte das platzierte Bein auf der Liege bevorzugt in 90°, mindestens aber in 45° Flexion in der Hüfte gelagert werden. Da die Flexionsaktivitäten im Vergleich zu den Extensionsaktivitäten häufig schwächer ausfallen, ist eine zusätzliche Auslösung am Epicondylus lateralis femoris am überhängenden Bein zu empfehlen. Hiermit erhöhen sich die Aussichten, stärkere Aktivitäten im Bereich der Hüft- und Knieflexoren sowie Dorsalflexoren des Fußes am überhängenden Bein zu erreichen. ...


Abb. 1:
Elektrisch unterstütztes Bewegungstraining für die unteren Extremitäten im Sitz
Foto: Gabriele Reimann



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