PRAXIS_ERFAHRUNG

Schmerzen +++ Biomechanik +++ Drehmoment +++ Muskelvektoren +++ Anatomie

Rückenschmerzen aufgrund falscher Vektoren

Physikalische und anatomische Grundlagen zur Schmerzentstehung

Kurt Mosetter

Abb. 2:
Ein hypertones M. iliopsoas-System führt zu kompensatorischen Drehmomenten in der Schulter- / HWS-Region und im Kniegelenk

Auf einen Blick

Wenn dezentrierte biomechanische Kräfte über Muskelvektorrechnungen, Drehmomente und funktionell anatomische Kenntnisse analysiert werden können, lassen sich über genau diese Kenntnisse klare Behandlungsstrategien für deren Regulation und Balance ableiten. Lesen Sie in diesem Beitrag über die Grundlagen der Schmerzentstehung. In einem weiteren Beitrag in einer der nächsten Ausgaben stellen wir Ihnen die entsprechende Schmerzbehandlung vor.


Epidemiologie

In Deutschland ist ein großer Teil der Bevölkerung von Rückenschmerzen betroffen (1). Immer mehr Menschen aller Altersklassen leiden an wiederkehrenden Rückenschmerzen. Zwischen 1982 und 1998 ist die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage wegen Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens von 11 auf 18 Prozent gestiegen (2). Sieben Prozent der 20- bis 29-Jährigen leiden an starken Kreuz- oder Rückenschmerzen und mit dem Alter nimmt die Häufigkeit deutlich zu (2). Rückenschmerzen verursachen allein in Deutschland jedes Jahr Kosten von rund 50 Milliarden Euro, inkl. aller Fehltage am Arbeitsplatz. Sie sind neben Schnupfen der zweithäufigste Grund zum Arzt zu gehen (3).

Aufgrund der Dringlichkeit des Problems rücken sogenannte komplementäre und alternative Therapiemethoden mit in den Fokus der Forschung (4).

Die Forschungsergebnisse beispielsweise über Akupunktur sind widersprüchlich, was auch an einem »Mangel an qualitativ hochwertiger Forschung« in diesem Gebiet liegen mag (5).

Die Hochschuldisziplinen Anatomie und Physik können hier wesentlich weiterhelfen. Biomechanische Kräfte werden in biokinematische und biodynamische unterteilt (6). Drehmomente sind den biodynamischen Kräften zugeteilt. Auch die Physik im täglichen Leben zeigt: Wenn eine Leine zu stark gespannt wird, entfaltet sich der Schaden nicht am ...



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