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Raucher werden: Jugendliche E-Zigaretten-Konsumenten stärker gefährdet

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[js] Eine Studie ergab, dass 22 Prozent der Jugendlichen, die bereits E-Zigaretten geraucht hatten, in der Folge auch zu Tabakzigaretten griffen – bei ihren Altersgenossen ohne Erfahrung mit E-Zigaretten waren es nur zehn Prozent (1).

„Das breite Angebot an Geschmacks- und Aromastoffen für E-Zigaretten [macht] das Rauchen bei jungen Menschen wieder beliebter”, meint Prof. Dr. med. Berthold Jany von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). „Das ist alarmierend, nachdem die Raucherquote unter den 12- bis 17-Jährigen mithilfe intensiver Präventionsarbeit auf einen historischen Tiefstand von 7,4 Prozent zurückging.” 

Im Gegensatz zu Tabak enthalten E-Zigaretten keine Verbrennungsprodukte und gelten deshalb als weniger gesundheitsschädlich. Unbedenklich sind sie deswegen trotzdem nicht. Noch lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, wie sich die Substanzen aus E-Zigaretten langfristig auf die Lunge auswirken. Da sie jedoch das süchtig machende Nikotin enthalten, können sie den Einstieg ins Tabakrauchen bereiten. Die Annahme, dass E-Zigaretten bei der Tabakentwöhnung helfen, wird von der aktuellen Studienlage nicht bestätigt.

Die DGP fordert, dass E-Zigaretten genau wie Tabakprodukte als gesundheitsgefährdende Suchtmittel behandelt werden sollten. Ihr Verkauf und ihre Vermarktung sollten denselben gesetzlichen Regelungen unterliegen, die auch für Tabakzigaretten gelten.

Literatur

1. Morgenstern M, et al. 2018. E-Zigaretten und der Einstieg in den Konsum konventioneller Zigaretten – Eine Kohortenstudie bei Jugendlichen der Klasse 10.Dtsch. Arztebl. Int. 115, 14:143–8

Heft 06-2018


Autor

Jörg Stanko

Physiotherapeut seit 1992; bis 2013 in verschiedenen Praxen und Krankenhäusern tätig; Schriftsteller; schreibt Romane, Kinder­bücher und Ruhrgebietskrimis; Referent für kreatives Schreiben; Vater eines Sohnes; freier pt-Autor und pt-Redakteur

stanko@pflaum.de

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