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Schlaflosigkeit – nur ein böser Traum?

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[js] Forscher zeigten jetzt: Schlaflose Nächte finden oft nur im Traum statt. Das macht sie nicht weniger belastend, ermöglicht aber neue Therapien.

Schlaflosigkeit wird von Betroffenen als sehr belastend wahrgenommen: Sie fühlen sich müde, wenig leistungsfähig und unkonzentriert. Doch messen lässt sich die Schlaflosigkeit oft nicht. „Die meisten Patienten, die eine stark ausgeprägte Schlaflosigkeit schildern, schlafen im Schlaflabor rund 80 Prozent des normalen Pensums“, sagt Dr. Bernd Feige, Forschungsgruppenleiter an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg.

Für ihre Studie baten die Wissenschaftler 27 Probanden mit schweren Schlafstörungen und 27 gesunde Schläfer ins Schlaflabor. In den Nächten weckten die Forscher die Probanden mit einem Signalton aus der REM-Phase, die auch als Traumphase bezeichnet wird. 

Das erstaunliche Resultat: Obwohl alle Probanden aus dem Traumschlaf geweckt wurden, war sich jeder sechste Proband mit Schlafproblemen sicher, wach gelegen zu haben. Gesunde Probanden wähnten sich hingegen fast nie wach. 

Literatur: Feige B, et al. 2018. Insomnia—perchance a dream? Results from a NREM / REM sleep awakening study in good sleepers and patients with insomnia. Sleep 41, 5:zsy032

 

Heft 08-2018


Autor

Jörg Stanko

Physiotherapeut seit 1992; bis 2013 in verschiedenen Praxen und Krankenhäusern tätig; Schriftsteller; schreibt Romane, Kinder­bücher und Ruhrgebietskrimis; Referent für kreatives Schreiben; Vater eines Sohnes; freier pt-Autor und pt-Redakteur

stanko@pflaum.de

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