_Evidenzbasierte Therapie

Übungsinstruktionen durch multimediale Ansätze: Welche Parameter verbessern sich?

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Diese Frage stellten australische Forscher und recherchierten bis Oktober 2018 in bekannten medizinischen Datenbanken nach relevanten Studien. Sie schlossen dabei randomisierte kontrollierte Studien ein, die einen multimedialen Ansatz mit verbalen oder schriftlichen Instruktionen verglichen.

Die Forscher sichteten über 3.000 Treffer und prüften 21 Studien im Volltext. 14 Studien aus sieben verschiedenen Ländern mit insgesamt 2.156 Teilnehmern wurden dann in die Auswertung eingeschlossen. Zu den untersuchten Diagnosen gehörten unter anderem orthopädische, neurologische und internistische Erkrankungen. Folgende Krankheitsbilder waren im Einzelnen dabei:

  • Inkontinenz (eine Studie)
  • orthopädische Probleme (fünf Studien)
  • Lungenkrankheiten (eine Studie)
  • Herzkrankheiten (eine Studie)
  • Erkrankungen der Stimme (eine Studie)
  • traumatische Handverletzungen (eine Studie)
  • Adipositas in der Schwangerschaft und Brustkrebs (zwei Studien)
  • neurologische Erkrankungen (zwei Studien)

 

Die Teilnehmerzahl in den Studien schwankte zwischen zwölf und 1.105 Patienten. In zehn der Studien dauerte die Intervention vier bis zwölf Wochen, drei Studien begleiteten die Patienten über ein bis zwei Wochen und eine Studie über sechs Monate.

Zu den multimedialen Ansätzen gehörten Tonbandaufnahmen (zwei Studien), Videos oder DVDs (zehn Studien) sowie Smartphone-Anwendungen (zwei Studien) und Textnachrichten (zwei Studien). Die Interventionen kamen dabei entweder alleine oder in Kombination zur Anwendung. Als Vergleichsinterventionen dienten konventionelle Formen der Anleitung, vor allem in schriftlicher Form in Broschüren oder Merkblättern. In den meisten Studien wurden tägliche Übungseinheiten empfohlen (neun Studien), andere hingegen machten diesbezüglich keine Vorgaben (drei Studien).

Drei Studien mit 140 Teilnehmern waren für eine Meta-Analyse geeignet. Diese zeigte, dass multimediale Ansätze für die Verbesserung der Adhärenz möglicherweise effektiver sind als die konventionellen Anleitungen. Die Qualität der Evidenz ist hier allerdings sehr gering. Zwei der neun Studien, die nicht für die Meta-Analyse geeignet waren, deuteten ebenfalls auf diesen Effekt hin. In Bezug auf die Verbesserung von anderen Ergebniskriterien, wie Schmerzen, körperliche Funktion oder Lebensqualität, zeigten weitere Meta-Analysen, dass die multimedialen Ansätze hier nicht effektiver sind als verbale oder schriftliche Instruktionen. Für diesen Teil der Analyse schwankte die Qualität der Evidenz zwischen niedrig und hoch.

Die Autoren schlussfolgern, dass multimediale Ansätze die Adhärenz positiv beeinflussen könnten. Ob sich dies auch positiv auf Schmerzen, Funktionsfähigkeit oder Lebensqualität auswirkt, ist derzeit unklar und sollte weiter untersucht werden.

Quelle: Emmerson KB, et al. 2018. Providing exercise instructions using multimedia may improve adherence but not patient outcomes: a systematic review and meta-analysis. Clin. Rehabil. Dec 24. [Epub ahead of print]

Link zum Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30582358

 

Heft 03-2019


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pt_Redaktion

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