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Weizen: Erbgut vollständig kartiert

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[js] Über 200 Wissenschaftler aus 73 Forschungseinrichtungen in 20 Ländern haben gemeinsam das Genom des Weizens kartiert. „Die vollständige Sequenzierung des Genoms wurde lange Zeit für unmöglich gehalten, da es enorm groß und komplex ist“, verdeutlicht Dr. Nils Stein, Leiter der Arbeitsgruppe Genomik Genetischer Ressourcen am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben.

„Unsere Aufgabe war es, aus den Milliarden von Basen herauszulesen, welche Gene wo liegen und wie sie organisiert sind: 107.891 Gene konnten wir kartieren. Hinzu kamen mehr als vier Millionen molekulare Marker sowie Sequenzinformationen über die Bereiche dazwischen, die die Aktivität der einzelnen Gene beeinflussen“, erklärt Dr. Manuel Spannagl aus der Abteilung Genomik und Systembiologie pflanzlicher Genome am Helmholtz Zentrum München. Nun hoffen alle beteiligten Forscher, dass durch die Ergebnisse ihrer Arbeit neue Weizensorten gezüchtet werden können, die besser an klimatische Herausforderungen angepasst sind, höhere und stabilere Erträge liefern sowie höhere Nährstoffqualitäten aufweisen. Zudem sollen der Anbau und die Verwertung des Weizens nachhaltiger werden.

Denn Weizen ist und bleibt eine Schlüsselpflanze für die weltweite Ernährungssicherung: Er ist das Grundnahrungsmittel von mehr als einem Drittel der Weltbevölkerung.

Literatur: International Wheat Genome Sequencing Consortium. 2018. Shifting the limits in wheat research and breeding using a fully annotated reference genome. Science 361, 6403:eaar7191

Heft 10-2018


Autor

Jörg Stanko

Physiotherapeut seit 1992; bis 2013 in verschiedenen Praxen und Krankenhäusern tätig; Schriftsteller; schreibt Romane, Kinder­bücher und Ruhrgebietskrimis; Referent für kreatives Schreiben; Vater eines Sohnes; freier pt-Autor und pt-Redakteur

stanko@pflaum.de

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