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​Anpassungen im ZNS gezielt auslösen ​

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Nachrichten „Special”

Knapp 6.000 Wissenschaftler und Praktiker aus Medizin, Physiotherapie und Sportwissenschaft – darunter auch rund 50 deutsche Forscher – trafen sich 2017 in Denver (USA): Beim 64. Jahreskongress des American College of Sports Medicine, der größten sportmedizinischen Gesellschaft der Welt, diskutierten sie neue Erkenntnisse über bewegungsbasierte Prävention, Therapie und sportliche Leistung. Schwerpunkt des diesjährigen Meetings war der Stellenwert der Neurokognition im Kontext der körperlichen Aktivität. Der Sportwissenschaftler Dr. Jan Wilke war vor Ort und berichtet exklusiv für die pt.

Foto: svtdesign / Shutterstock.com

Infolge körperlicher Aktivität treten im Gehirn zahlreiche biopositive Adaptationen auf – diese lassen sich sehr viel spezifischer auslösen als bisher gedacht. Dr. Jeffrey Kleim (Arizona State University, USA) stellte in seinem Vortrag Daten aus seinem Labor vor, die dies eindrucksvoll belegen: Während regelmäßiges Krafttraining schwerpunktmäßig zur Bildung neuer Synapsen im ZNS führt, stellt sich nach Ausdauertraining insbesondere eine Angiogenese im Kortex ein. Das Training koodinativer Fähigkeiten führt nach Angaben des Wissenschaftlers neben der Entstehung von Synapsen zu einer verbesserten Reorganisation und Verknüpfung der Hirnareale. Auch aus diesen Gründen sollte eine zu starke Fokussierung auf nur eine motorische Fähigkeit vermieden werden.

Quelle: ​Adkins DL, et al. 2006. Motor training induces experience-specific patterns of plasticity across motor cortex and spinal cord. J. Appl. Physiol, 101, 6:1776–882

Dr. Jan Wilke

Heft 9-2017


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