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​Zusammenhänge zwischen Parkinson und Vagotomie? ​

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[js] Für eine Untersuchung, die aktuell in der Fachzeitschrift „Neurology” veröffentlicht wurde, nutzten schwedische Forscher eine nationale Gesundheitsdatenbank, um alle Patienten zu finden, die sich einer Vagotomie unterzogen hatten. Bei diesem Eingriff, der früher häufig zur Behandlung von Magengeschwüren angewandt wurde, durchtrennen Chirurgen den Vagusnerv, um die Produktion von Magensäure zu blockieren.

Foto: adriaticfoto / Shutterstock.com

Die Wissenschaftler verglichen die Häufigkeit von Parkinson-Erkrankungen unter Patienten, deren Vagusnerv ganz oder teilweise durchtrennt worden war, mit einer Kontrollgruppe aus der Bevölkerung. Das Ergebnis: Von 9.430 Patienten mit Vagotomie erkrankten 101 an Parkinson, das entspricht 1,07 Prozent. In der Allgemeinbevölkerung lag die Rate bei 1,28 Prozent.

Nochmals deutlicher wurde dieser Trend, als die Forscher sich auf Patienten konzentrierten, deren Vagusnerv vollständig durchtrennt worden war (im Gegensatz zur Abtrennung einzelner Äste). Gegenüber der Kontrollgruppe war das Risiko, an Parkinson zu erkranken, nach einer vollständigen Vagotomie um 22 Prozent geringer – wenn der Eingriff bereits mindestens fünf Jahre zurücklag, sogar um 41 Prozent.

Ganz ähnliche Ergebnisse hatte bereits zwei Jahre zuvor eine dänische Arbeitsgruppe veröffentlicht, nachdem man sämtliche 14.883 Vagotomien des Landes zwischen 1977 und 1995 ausgewertet hatte.

Quelle: Liu B, et al. 2017. Vagotomy and Parkinson disease: a Swedish register-based matched-cohort study. Neurology 88, 21:1996–2002

​Heft 8-2017

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