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Lässt Fernsehen das Hirn schrumpfen?

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Grafik: Costa / www.shutterstock.com

[js] Eine aktuelle Auswertung der CARDIA-Studie (1) legt nahe, dass junge Erwachsene, die über 20 Jahre hinweg täglich vier oder mehr Stunden fernsehen, im mittleren Lebensalter ein signifikant geringeres Volumen der grauen Substanz aufweisen als diejenigen mit moderatem oder geringem Fernsehkonsum. Darauf hat Dr. Tina Hoang vom Northern California Institute for Research and Education auf dem internationalen Alzheimerkongress in Chicago hingewiesen (2). Einen kausalen Zusammenhang vorausgesetzt, könnte ein übermäßiger Fernsehkonsum also das Demenzrisiko steigern. 

In der Auswertung konzentrierten sich die Forscher auf knapp 700 Teilnehmer der Studie, die sich 25 Jahre nach Beginn einem strukturellen Hirn-MRT unterzogen hatten. Im Schnitt schauten die Probanden täglich 2,3 Stunden Fernsehen, 15 Prozent sogar vier oder mehr Stunden. Die „Vielschauer“ waren überproportional häufig Afroamerikaner, Raucher und Sportallergiker. Auch hatten sie vermehrt Depressionen, Bluthochdruck und ein geringes Bildungsniveau.

Berücksichtigten die Forscher Alter, Geschlecht, Ethnie sowie das intrakranielle Volumen, ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen hohem Fernsehkonsum und geringem Gesamthirnvolumen, geringem Volumen der grauen Substanz und einem reduzierten Volumen im Frontalhirn.

Wurden Nikotin- und Alkoholkonsum, Adipositas, Hypertonie, Depression sowie die körperliche Aktivität ebenfalls berücksichtigt, blieb ein signifikanter Zusammenhang bei grauer Substanz und Frontalhirn bestehen.

Quellen

  1. Division of Preventive Medicine. 2018. CARDIA – Coronary Artery Risk Development in Young Adults. www.cardia.dopm.uab.edu; Zugriff am 27.8.2018
  2. Hoang T. 2018. Long-Term TV Watching Is Associated with Gray Matter Volume in Mid-Life. Vortrag bei der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC), Chicago

Heft 10-2018


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