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Multiple Sklerose: Möglicher Biomarker für frühes Fortschreiten gefunden ​

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Foto: Chutima Chaochaiya / shutterstock.com

[js] Der Krankheitsverlauf von Multipler Sklerose (MS) ist sehr unterschiedlich und bisher fehlt ein verlässlicher Biomarker, der die Entwicklung der Behinderung vorhersagt. Eine Arbeitsgruppe an der Technischen Universität München hat nun in einem Forschungsprojekt des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) gezeigt, dass erhöhte Werte bestimmter Antikörper im Nervenwasser Anzeichen für eine frühere und schnellere Behinderung sind.

Die Wissenschaftler um Prof. Bernhard Hemmer, Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar, analysierten Nervenwasserproben von 637 MS-Patienten, die vier Jahre lang regelmäßig hinsichtlich ihrer Behinderung untersucht wurden.

Die Daten für die Untersuchung lieferte die Nationale MS-Patientenkohorte des KKNMS, in die seit 2010 1.376 Patienten aus 18 Studienzentren eingeschlossen wurden. Ihre Daten und Bioproben werden zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses, ein Jahr später und dann alle zwei Jahre erhoben. Die Arbeitsgruppe konnte nun zeigen, dass erhöhte Werte eines bestimmten Antikörpers im Nervenwasser, des Immunglobulins G (IgG), mit einem höheren Risiko einer Zunahme der Behinderung in Verbindung stand – und zwar unabhängig vom Auftreten von Schüben und von der Behandlung mit verlaufsmodifizierenden Therapien.

Die Verschlechterungen traten bei Patienten mit erhöhten Antikörperkonzentrationen im Nervenwasser außerdem zu einem früheren Zeitpunkt auf als bei Patienten mit normalen Antikörperkonzentrationen.

Literatur

1. Gasperi C, et al. 2019. Association of intrathecal immunoglobulin g synthesis with disability worsening in multiple sclerosis. JAMA Neurol. Apr 29. [Epub ahead of print]

 

Heft 08-2019


Autor

Jörg Stanko

Physiotherapeut seit 1992; bis 2013 in verschiedenen Praxen und Krankenhäusern tätig; Schriftsteller; schreibt Romane, Kinder­bücher und Ruhrgebietskrimis; Referent für kreatives Schreiben; Vater eines Sohnes; freier pt-Autor und pt-Redakteur

stanko@pflaum.de

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