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Nachrichten-Special: Übungstherapie mit Köpfchen

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Im September 2018 fand zum fünften Mal der internationale Kongress der Cranio Fascial Therapy Academy (CRAFTA®) in Hamburg statt. Schwerpunktthema der zweitägigen Veranstaltung waren Schmerzen und ihre Auswirkungen auf den Kopf- und Gesichtsbereich. Neben deutschsprachigen Therapeuten nahmen auch Kollegen aus 13 weiteren Ländern teil. Sarah Venhorst berichtet exklusiv für die pt.

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Um die Mundöffnung des Patienten zu verbessern und kraniomandibuläre Schmerzen zu reduzieren, kommen in der täglichen Praxis Techniken wie Gelenkmobilisationen und Muskelkräftigungsübungen zum Einsatz.

Prof. Dr. Susan Armijo-Olivo vom Institute for Health Economics im kanadischen Alberta und ihr Team gehen davon aus, dass diese Anwendung der Übungstherapie nur dann einen nachhaltigen Effekt hat, wenn mit den Übungen auch auf kortikaler Ebene objektivierbare Veränderungen erzielt werden.

Auf dieser Basis führten die Wissenschaftler eine Studie durch, bei der Probanden mit Kiefergelenksbeschwerden ein Motor-Control-Training mit visuellem Feedback absolvierten. Die Kontrollgruppe erhielt als Behandlung eine TENS-Anwendung.

Nach der achtwöchigen Intervention konnten innerhalb der Interventionsgruppe mittels bildgebenden Verfahren Veränderungen in kortikalen Strukturen, eine signifikante Reduktion der Schmerzen sowie eine verbesserte Haltungskontrolle – gemessen mittels kraniozervikalem Flexionstest (CCFT) – und Maximalkraft nachgewiesen werden.

Das Ergebnis dieser Studie könnte einen Paradigmenwechsel andeuten: Eine zentrale Komponente bei der Behandlung von kraniomandibulären Symptomen sollte ein Motor-Control-Übungsprogramm sein, das Veränderungen auf kortikaler Ebene hervorruft – denn dieses besitzt großes Potenzial für einen Rehabilitationserfolg.

Literatur

Armijo-Olivo S. 2018. A new paradigm shift in musculoskeletal rehabilitation: why we should exercise the brain? Braz. J. Phys. Ther. 22, 2:95–6

Heft 01-2019


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